Kroatien gehört zu den Ländern Europas, in die man sich vom Van aus am leichtesten verliebt. Es gehört zugleich zu jenen, in denen man am schwersten gratis schläft. Das Land hat wohl das am engsten geschriebene Regelwerk zum Campieren in der Europäischen Union, und zwischen 2024 und 2026 hat es begonnen, es mit einer Konsequenz durchzusetzen, die viele Reisende überrascht hat.

Die Falle ist nicht, dass die Regeln streng sind. Die Falle ist, dass sie nicht dort stehen, wo man sie erwartet. Die meisten Vanreisenden kommen an und halten das für eine Verkehrsfrage, so wie in Deutschland oder Österreich. In Kroatien ist es eine Tourismusfrage, und das ändert alles.

Das kroatische Recht behandelt dein Wohnmobil nicht als Fahrzeug. Es behandelt es als Unterkunftsausrüstung, in derselben Kategorie wie ein Zelt.

Dieser Ratgeber deckt die Regeln zum Wildcampen in Kroatien ab, wie sie 2026 gelten: was das Gesetz tatsächlich sagt, wie hoch die Strafen sind, welche Regionen am härtesten kontrollieren und wo du für die Nacht legal stehen darfst.

Ist Wildcampen in Kroatien erlaubt?

Nein. Campieren außerhalb eines registrierten Platzes ist im ganzen Land verboten, ohne regionale Ausnahmen und ohne geduldete Grauzone. Das Verbot stammt aus dem Gastgewerbegesetz, also jenem Gesetz, das Hotels und Campingplätze regelt, und es gilt einheitlich von Istrien bis Dubrovnik.

Campieren ist an genau zwei Orten erlaubt: auf einem registrierten Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz und in einem Bereich, den eine Gemeinde vorübergehend für eine Veranstaltung wie ein Pfadfinderlager oder ein Festival ausgewiesen hat. Alles andere ist eine Übertretung, auch der Strand, der Wald, die Bucht an der Küstenstraße und der Supermarktparkplatz.

Was sich zwischen den Regionen unterscheidet, ist nicht das Gesetz. Es ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand an deine Scheibe klopft.

Warum dein Van im kroatischen Recht kein Fahrzeug ist

Diesen Teil liest man am besten zweimal, weil fast jedes Missverständnis über das Campieren in Kroatien hier beginnt.

Das Gastgewerbegesetz definiert Campieren als Aufenthalt unter einem Zelt, in einem Wohnwagen, in einem Mobilheim, in einem Wohnmobil oder unter Nutzung sonstiger zur Unterbringung im Freien geeigneter Ausrüstung. Das kroatische Wort für Wohnmobil, autodom, steht wörtlich im Gesetz. Es bleibt kein Spielraum für das Argument, ein autarker Camper sei etwas anderes als eine Unterkunft.

Sobald dein Fahrzeug als Unterkunftsausrüstung gilt, funktionieren drei Dinge nicht mehr, die anderswo in Europa greifen.

Es gibt keine Ausnahme für Fahrmüdigkeit

In Deutschland und Österreich erlaubt das Straßenverkehrsrecht, im vorschriftsmäßig geparkten Fahrzeug zu schlafen, um die Fahrtüchtigkeit wiederherzustellen. Auf diese Ausnahme stützen sich die meisten Vanreisenden in Österreich. Das kroatische Recht kennt keine vergleichbare Ausnahme für Übernachtungen. Das Straßenverkehrsrecht definiert Parken als Unterbrechung der Fahrt von mehr als drei Minuten, und mehr definiert es nicht. Zu dem, was du im Inneren tun darfst, sagt es nichts.

Das Fahrzeug kann also völlig legal geparkt sein, während die Menschen darin ein ganz anderes Gesetz brechen. Parken ist eine Verkehrsangelegenheit. Schlafen, Kochen und Wohnen sind eine Tourismusangelegenheit. In dem Moment, in dem das Wohnen beginnt, übernimmt das Gastgewerbegesetz.

Die Erlaubnis des Grundeigentümers hilft nicht

Einen Bauern zu fragen, ob man auf seiner Wiese stehen darf, fühlt sich nach der höflichen und legalen Lösung an. In Kroatien ist es weder das eine noch das andere. Das Verbot erstreckt sich ausdrücklich auf Privatgrund, und die Zustimmung des Eigentümers heilt das nicht. Ist die Fläche nicht vom Tourismusministerium offiziell als Campingplatz oder als Camp im Haushalt kategorisiert, begeht ihr beide eine Übertretung, und die des Grundeigentümers ist die teurere.

Ein bezahltes Parkticket schützt nicht

Bezahlen bringt dich mit den Parkregeln ins Reine. Auf das Campingverbot hat es keinen Einfluss. Die Aufseher in den Küstenorten sind ausdrücklich darauf geschult, über das Ticket auf dem Armaturenbrett hinwegzusehen und zu beurteilen, ob im Fahrzeug gewohnt wird.

Was illegales Campieren tatsächlich kostet

Kroatien hat von der Kuna auf den Euro umgestellt, und die Strafrahmen wurden mitumgerechnet. Das sind die Zahlen für 2026.

WerÜbertretungStrafe
CamperCampieren außerhalb eines registrierten Platzes190 bis 1.320 EUR, oder 130 EUR sofort vor Ort
Grundeigentümer (Privatperson)Beherbergung auf nicht kategorisierter Fläche390 bis 2.650 EUR
Grundeigentümer (Unternehmen)Nicht registrierte Gastgewerbetätigkeit1.320 bis 11.940 EUR

Drei verschiedene Behörden können das verhängen. Tourismusinspektoren des Staatlichen Inspektorats, bekannt als DIRH. Kommunale Aufseher, die komunalni redari, die den Großteil der täglichen Arbeit machen. Und Naturaufseher in Schutzgebieten.

Sowohl Tourismusinspektoren als auch kommunale Aufseher dürfen 130 EUR direkt am Straßenrand von dir einheben, ohne jedes weitere Verfahren.

Die Nachlässe und die Frist, die sie wieder streicht

Läuft der Fall über das Verwaltungsstrafverfahren statt über die sofortige Erledigung, gibt es zwei Ermäßigungen. Bei geringfügigen Übertretungen kannst du sofort vor Ort 50 Prozent der vorgesehenen Strafe zahlen, ausschließlich in bar. Oder du zahlst, wenn ein Strafbescheid ergeht, innerhalb der Frist von üblicherweise acht Tagen zwei Drittel des festgesetzten Betrags, und der Staat wertet die Strafe als vollständig bezahlt.

Die Frist ist nicht verhandelbar. Versäumst du sie, ist der Nachlass weg, die Vollstreckung beginnt, und im schlimmsten Fall kann die Strafe durch Haft ersetzt werden. Wenn du in drei Tagen ausreist, erledige das vorher.

Die 60-Tage-Versiegelung

Nicht die Geldstrafe ruiniert die Reise. Inspektoren und Aufseher können sofort mündlich anordnen, das Campieren zu beenden und weiterzufahren, festgehalten im Amtsprotokoll. Weigerst du dich, oder ist der Fall schwer genug, haben sie die gesetzliche Befugnis, deine Campingausrüstung physisch für 60 Tage zu versiegeln.

Was eine Versiegelung praktisch bedeutet. Versiegelt wird dein Zelt, dein Wohnwagen oder dein Wohnmobil. Für Vanreisende ist das keine beschlagnahmte Ausrüstung, sondern beschlagnahmte Wohnung und beschlagnahmtes Transportmittel zugleich, zwei Monate lang, fern von zu Hause. Einer Aufforderung zum Weiterfahren nachzukommen ist immer billiger, als sie zu testen.

Parken oder Campieren? Wo die Grenze verläuft

Weil die Übertretung über das Verhalten und nicht über das Fahrzeug definiert wird, lohnt es sich zu wissen, was genau ein legales Parken in ein illegales Camp kippt. In der Praxis wertet ein Aufseher es als Campieren, wenn:

  • Das Fahrzeug auf Auffahrkeilen oder Stützen steht statt nur auf den Reifen.
  • Die Markise ausgefahren, ein Slide-out ausgeschoben oder ein Aufstelldach aufgeklappt ist.
  • Irgendetwas draußen steht: Stühle, ein Tisch, ein Kocher, eine Wäscheleine, eine Matte vor der Tür.
  • Jemand außerhalb des Fahrzeugs kocht oder isst.
  • Jemand sichtbar drinnen schläft.

Alles drinnen zu lassen ist unauffälliger, aber es ist keine rechtliche Verteidigung. Schlafend im Fahrzeug angetroffen zu werden genügt für sich allein, um Campieren festzustellen. Unauffälligkeit senkt die Wahrscheinlichkeit, bemerkt zu werden. Sie ändert nichts daran, was passiert, wenn es doch geschieht.

Region für Region: wo tatsächlich kontrolliert wird

Jede kroatische Stadt und Gemeinde muss ihre eigene Kommunalordnung beschließen, die odluka o komunalnom redu. Diese lokale Entscheidung legt den Kontrollaufwand, die örtlichen Strafen und die Prioritäten fest. Deshalb fällt die praktische Erfahrung mit demselben landesweiten Verbot entlang der Küste so unterschiedlich aus.

Istrien

Strengste Kontrolle des Landes

Auf der istrischen Halbinsel sind die aktivsten Aufseher Kroatiens unterwegs. Die Region ist dicht mit gewerblichen Campingplätzen belegt, und die Gemeinden sehen Wildcampen sowohl als ökologisches Problem als auch als direkte Konkurrenz zu registrierten Betrieben.

Aufseher in Poreč berichteten, bei einer einzigen Aktion Dutzende Strafen zu je 132,72 EUR für Campieren entlang der Strände ausgestellt zu haben. Umag versiegelt aktiv Objekte und setzt seine Kommunalordnung gegen Wohnmobile und Zelte außerhalb registrierter Zonen durch, mit den Küstenrändern als Schwerpunkt. Medulin fährt koordinierte Streifen am frühen Morgen gemeinsam mit der regulären Polizei und stellte 2023 insgesamt 170 und 2024 weitere 120 Anzeigen aus, wobei der Druck bis 2025 anhielt.

Kvarner und die Inseln

Saisonal, und in der Saison hart

Die Kontrolle auf den Inseln folgt einer einfachen Rechnung. Es gibt nur eine begrenzte Zahl an Parkplätzen an der Küste, und im August werden sie alle gebraucht.

Pag und Hvar standen im Zentrum staatlicher Großaktionen. Wenn DIRH auf einer Insel landet, um ein großes illegales Camp aufzulösen, geraten unabhängige Vans in der Umgebung in dieselbe Aktion. Auf Krk, Cres, Rab, Brač und Vis berichten Reisende von strenger Kontrolle in den Hauptmonaten und einer deutlich entspannteren Lage in der Nebensaison. Das Gesetz ändert sich im Oktober nicht. Nur die Zahl derer, die hinschauen.

Dalmatien

Kommunalordnungen werden offensiv eingesetzt

Die südlichen Städte haben ihre Kommunalordnungen gegen Overtourism geschrieben, und Campieren steht dort in derselben Liste wie Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit und das Herumlaufen in Badekleidung.

Splits aktuelle Kommunalordnung nennt Campieren in nicht genehmigten Bereichen ausdrücklich als strafbare Handlung, verhängt Grundstrafen von 150 EUR für Verhaltensverstöße und wird von 21 aktiven Aufsehern durchgesetzt. Die Aufseher in Dubrovnik nehmen gezielt große Wohnmobile ins Visier, die auf den Parkplätzen am Stadtrand übernachten wollen, und beurteilen die Absicht zu campieren unabhängig davon, ob das Parken bezahlt wurde. Entlang von Zadar, Šibenik und besonders der Makarska-Riviera wird der Küstenstreifen im Juli und August stark bestreift. Der Abschnitt bei Makarska hat kaum freien Raum, weshalb Buchten entlang der Küstenstraße D8 schnell geräumt werden.

Binnenland: Plitvice, Zagreb und Slawonien

Reaktiv, mit einer harten Ausnahme

Im Landesinneren sind deutlich weniger Vans unterwegs, und die Kontrolle folgt dem. In Zagreb und in ganz Slawonien deuten Reiseberichte darauf hin, dass Aufseher auf Beschwerden reagieren, statt eigene Streifen zu fahren. Stell dich auffällig hin oder ärgere eine Anrainerin, und du wirst davon hören. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit gering.

Plitvice ist die Ausnahme, und zwar eine scharfe. Das Gebiet rund um den Nationalpark wird aktiv abgefahren, samt der Parkplätze am Rand und der Forstzufahrten, sowohl von der Polizei als auch von Rangern. Behandle die gesamte Region Plitvice als Hochkontrollgebiet und nicht als kroatisches Binnenland.

National- und Naturparks und die Küste

In Schutzgebieten verschiebt sich die Rechtsgrundlage von der Tourismusregelung zum Umweltschutz, und dabei wird es strenger statt lockerer.

Kroatiens Nationalparks arbeiten jeweils mit einer eigenen Schutz- und Erhaltungsverordnung, und deren Wortlaut lässt nichts offen. Artikel 38 der Verordnung für die Plitvicer Seen stellt schlicht fest, dass Campieren im Gebiet des Nationalparks verboten ist. Artikel 36 der Krka-Verordnung spiegelt das und untersagt zusätzlich Biwaks und behelfsmäßige Unterkünfte außerhalb eigens gewidmeter Siedlungen. Der Naturpark Telašćica verbietet Campieren nach Artikel 49 seiner Verordnung vollständig. Die Verordnung 2024 für Sjeverni Velebit ergänzt strenge Regeln für Bewegung und Übernachtung zum Schutz des Hochgebirgsökosystems. Paklenica, Mljet, Kornati, Brijuni und Risnjak fallen über das Naturschutzgesetz unter dasselbe Regime.

Naturaufseher haben hier echte Befugnisse. Sie dürfen Ausweise verlangen, Strafen verhängen und dich des Parks verweisen.

Die Küste ist eine eigene Rechtszone

Das Gesetz über das maritime Gut und die Seehäfen wurde 2023 grundlegend neu gefasst. Es stuft den Küstenstreifen als Gemeingut außerhalb des privaten Verkehrs ein und hat eigens eine neue Funktion für dessen Überwachung geschaffen: den Seeaufseher, den pomorski redar.

Wer einen Van am Strand, auf Küstenfelsen oder irgendwo auf dem maritimen Gut zum Schlafen abstellt, steht einem Aufseher gegenüber, dessen gesamte Aufgabe genau dieser Landstreifen ist. Er kann dich bestrafen und die Entfernung des Fahrzeugs anordnen, unabhängig von allem, was die kommunalen Aufseher tun. Das fotogene Felsplateau über dem Wasser ist rechtlich der denkbar schlechteste Platz für eine Nacht in Kroatien.

Speziell zu den Strafen der Ranger. Reiseblogs nennen häufig Strafen von 100 bis 500 EUR oder 100 bis 1.000 EUR, die Ranger für Campieren in Schutzgebieten sofort verhängen sollen. Das Campingverbot selbst steht außer Zweifel und ergibt sich direkt aus der Verordnung jedes Parks. Die konkreten Eurobeträge lassen sich nicht auf primäre Rechtsquellen zurückführen, die vor allem sehr hohe Strafen für Umweltschäden durch Unternehmen vorsehen. Die einzige klar belegte Sofortstrafe für illegales Campieren selbst sind die 130 EUR nach dem Gastgewerbegesetz. Behandle die höheren Zahlen als Berichte, nicht als Gesetz.

Was sich 2024 bis 2026 geändert hat

Diese Regeln hatte Kroatien immer. Geändert hat sich zuletzt die Bereitschaft, sie im großen Maßstab anzuwenden.

Zwischen 2023 und Mitte 2024 entfernte das Staatliche Inspektorat landesweit 425 illegale Bauten. Die Aktionen danach waren größer und deutlich öffentlicher.

  • Pag, bei Kolan nahe Zrće. 2024 und 2025 nahm DIRH einen Betrieb mit 119 Mobilheimen ins Visier, der ohne gastgewerbliche Kategorisierung lief. Die Inspektoren sprachen mündliche Verbote aus, versiegelten die Anlage, setzten Gäste mitten im Urlaub vor die Tür und zwangen Buchungsplattformen dazu, die Inserate zu löschen.
  • Murter, Camp Jazina in Tisno. Einer der ältesten Campingplätze an der Adria wurde wegen fehlender Kategorisierung versiegelt. Die Gäste bekamen 24 Stunden zum Abreisen. Es gab lokale Proteste. Die Versiegelung hielt.
  • Hvar, Camp Mlaska. Inspektoren kamen 2025 mitten in der Saison, erließen wegen mangelhafter Unterlagen mündlich ein Betriebsverbot, und die Gäste mussten gehen.

Wenn der Staat bereit ist, im August ein gewerbliches Camp mit 119 Einheiten zu schließen und zahlende Gäste auf die Straße zu setzen, wird ein einzelner Van in einer Bucht nicht als Grenzfall behandelt.

Die Gemeinden legen über die staatlichen Aktionen ihre eigene Ebene, meist Streifen am frühen Morgen gemeinsam mit der Polizei, die Menschen genau dann antreffen, wenn sie am wenigsten behaupten können, nur geparkt zu haben. Reiseberichte beschreiben außerdem den Einsatz von Drohnen, um Vans in der Küstenvegetation aufzuspüren, besonders in Istrien und Dalmatien. Eine offizielle Quelle, die belegt, wie routinemäßig das geschieht, konnten wir nicht finden. Behandle es daher als Erzählung und nicht als Politik, an der Richtung der Entwicklung ändert das aber nichts.

Grenzfälle, die man kennen sollte

Zelt gegen Van

Es gibt keinen Unterschied. Das Gastgewerbegesetz nennt Zelt und Wohnmobil im selben Satz und in derselben Kategorie. Eine Wanderin mit Einmannzelt und eine Familie in einem Sechs-Meter-Camper treffen dieselben 190 bis 1.320 EUR.

Schlafen im normalen Pkw

Ein Personenwagen ist im Gesetz nicht eigens genannt, aber die Definition endet mit einer Auffangformel: jede sonstige zur Unterbringung im Freien geeignete Ausrüstung. Ein Kombi mit Verdunkelungsmatten in den Scheiben und Schlafsäcken darin passt auf diese Beschreibung, und ein Aufseher hat die Befugnis, das als Campieren zu werten.

Reiseberichte sind sich einig, dass ein normaler Pkw in der Praxis weit weniger Aufmerksamkeit erregt als ein großes weißes Wohnmobil, und das stimmt tatsächlich. Es ist ein Unterschied in der Sichtbarkeit, nicht in der Legalität.

Autobahnrastplätze

Die Rastplätze im Autobahnnetz, die von HAC betriebenen odmorišta, sind der eine Ort, an dem sich das Bild entspannt. Das Straßenverkehrsrecht erlaubt Wohnmobilen und Lkw dort das Halten und Parken, und genau für das Ausschlafen von Fahrmüdigkeit sind diese Anlagen da. Auf einem Rastplatz zu übernachten, um zu schlafen, ist machbar.

Die Bedingung ist, dass es ein Parkvorgang bleibt. Fahr die Markise aus, stell einen Tisch auf, koche draußen, und du hast zugleich die Rastplatzordnung gebrochen und das Campingverbot ausgelöst.

Kroatien flankiert seine Verbote mit einem wirklich großen legalen Netz, und die nützlichste Kategorie für Vanreisende ist nicht der klassische Campingplatz.

Wohnmobilstellplätze (kamp odmorište)

Der Wohnmobilstellplatz ist in der Verordnung zur Einstufung von Campinganlagen eine eigene Rechtskategorie, gemacht für genau die Situation, die dieser Artikel beschreibt: kurze Aufenthalte von Reisenden, die ihre Unterkunft mitbringen. Ein kamp odmorište muss interne Wege, markierte Stellplätze und eine zentrale Sanitärstation bieten.

In der Praxis laufen die meisten über automatische Schranken mit Kennzeichenerkennung, du kannst also außerhalb der Bürozeiten ankommen und abfahren. An der Schranke registrierst du Ausweis und Kennzeichen digital, weil Kroatien touristische Nächtigungen landesweit erfasst. Das ist die legale Lösung, die dem am nächsten kommt, was du gratis vorhattest.

Camp im Haushalt (kamp u domaćinstvu)

Wer eine Nacht auf einem Bauernhof, in einem Weingarten oder auf einem ländlichen Anwesen will, geht diesen legalen Weg. Der Eigentümer meldet die Fläche an, erfüllt sanitäre und räumliche Mindestbedingungen und wird vom örtlichen Tourismusverband kategorisiert. Danach darf er bis zu 10 Unterkunftseinheiten und höchstens 30 Gäste gleichzeitig beherbergen.

Der Unterschied wiegt schwerer, als er klingt. Ein registriertes Camp im Haushalt ist völlig legal und oft wunderschön. Denselben Bauern für dieselbe Wiese ohne diese Registrierung zu bezahlen ist für euch beide eine Übertretung.

Was nicht funktioniert

Eine Übernachtung auf einem Marinaparkplatz oder hinter einem freundlichen Restaurant unterliegt derselben Kategorisierungsregel. Ein Restaurantbesitzer darf dich rechtlich nicht auf seinem Parkplatz campieren lassen, solange genau diese Fläche nicht geprüft und als Wohnmobilstellplatz kategorisiert wurde. Das Angebot kommt oft in gutem Glauben. Die höhere Strafe trifft trotzdem den Eigentümer.

OptionWas du bekommstÜblicher Preis pro Nacht
WohnmobilstellplatzMarkierter Platz, Sanitärstation, automatische Zufahrt rund um die Uhr10 bis 25 EUR
Camp im HaushaltKleine ländliche Anlage, bis zu 30 Gäste, Hofumgebung15 bis 30 EUR
Standard-CampingplatzDuschen, Toiletten, Wasser, Strom, oft ein Strand25 bis 50 EUR
Küstenresort-CampingplatzVolle Ausstattung in der Hochsaison an der Adria50 bis 90 EUR
AutobahnrastplatzNur Parken, kein Campingverhalten erlaubtgratis

Regeln und Strafen auf einen Blick

SituationStatusStrafe
Zelt oder Van außerhalb eines registrierten PlatzesIllegal190 bis 1.320 EUR, 130 EUR vor Ort, mögliche Versiegelung für 60 Tage
Auf Privatgrund, nicht kategorisiertIllegal190 bis 1.320 EUR für dich, bis zu 11.940 EUR für den Eigentümer
In einem National- oder NaturparkIllegalVerweisung plus Umweltstrafen
Am Strand oder auf dem maritimen GutIllegalEntfernung und Strafe durch den Seeaufseher
Registrierter WohnmobilstellplatzLegalNur die Platzgebühr
Autobahnrastplatz, nur schlafenBedingt legalKeine, solange kein Campingverhalten gezeigt wird
Geparkt, niemand wohnt im FahrzeugLegalÜbliche Parkgebühr und Größenbeschränkungen

Das Fazit

Kroatien ist kein Land, in dem man seine Übernachtungsplätze improvisiert. Das Verbot gilt landesweit, die Kontrolle ist finanziert und koordiniert, die Aufseher sind ortskundig, und der schlimmste Fall ist keine Strafe, sondern ein versiegelter Van zwei Monate von zu Hause entfernt.

Der gute Teil daran ist, dass die legale Option wirklich gut ist. Wohnmobilstellplätze sind günstig, rund um die Uhr zugänglich und meist näher am Wasser und am Ort als die großen Resortcampingplätze. Eine Nacht dort kostet weniger als ein Viertel der kleinsten Strafe.

Das ganze Risiko verschwindet für etwa 15 EUR pro Nacht, entschieden im Voraus statt um 22 Uhr auf einem vollen Parkplatz.

Genau diese Entscheidung lohnt sich vor der Reise. VanSloth zeigt die Wohnmobilstellplätze, Campingplätze und Camperplätze in Kroatien und im übrigen Europa, mit den praktischen Informationen, die Reisende zu jedem einzelnen teilen, damit du die Nächte planen kannst, statt sie zu suchen.

Häufige Fragen

Ist es in Kroatien verboten, im Campervan zu schlafen?

Ja, außerhalb eines registrierten Campingplatzes, Wohnmobilstellplatzes oder Haushaltscamps. Das kroatische Recht stuft ein Wohnmobil als Unterkunftsausrüstung ein, weshalb das Schlafen darin als Campieren nach dem Gastgewerbegesetz gilt und nicht als Parken nach der Straßenverkehrsordnung. Die Strafe für eine Einzelperson reicht von 190 bis 1.320 EUR, davon 130 EUR sofort vor Ort zahlbar.

Wie hoch ist die Strafe für Wildcampen in Kroatien?

Wer außerhalb eines registrierten Platzes campiert, riskiert nach Artikel 45 des Gastgewerbegesetzes 190 bis 1.320 EUR. Inspektoren und Kommunalaufseher können stattdessen 130 EUR direkt vor Ort einheben. Sie dürfen außerdem dein Zelt, deinen Wohnwagen oder dein Wohnmobil für 60 Tage versiegeln, wenn du der Aufforderung zum Weiterfahren nicht nachkommst.

Darf man in Kroatien auf einem Parkplatz übernachten?

Ein Wohnmobil über Nacht auf einem öffentlichen Parkplatz abzustellen ist erlaubt, wenn du die Gebühr bezahlst und die örtlichen Größenbeschränkungen einhältst. Darin zu schlafen ist es nicht. Sobald du schlafend angetroffen wirst oder das Fahrzeug Auffahrkeile, eine ausgefahrene Markise oder Stühle davor zeigt, endet das Parken und beginnt illegales Campieren.

Ist Wildcampen auf Privatgrund in Kroatien erlaubt?

Nein. Die Erlaubnis des Grundeigentümers macht es nicht legal. Solange die Fläche nicht offiziell als gewerblicher Campingplatz oder als Camp im Haushalt kategorisiert ist, begehen beide Seiten eine Übertretung. Den Camper treffen 190 bis 1.320 EUR, den Grundeigentümer 390 bis 2.650 EUR als Privatperson oder bis zu 11.940 EUR als Unternehmen.

Darf man in kroatischen Nationalparks campen?

Nein. Jeder Nationalpark hat eine eigene Schutzverordnung mit absolutem Campingverbot, darunter Plitvicer Seen, Krka, Telascica und Sjeverni Velebit. Naturaufseher dürfen deine Identität feststellen, Strafen verhängen und dich des Parks verweisen. Das Verbot gilt für Zelte, Biwaks und Fahrzeuge gleichermaßen.

Wo darf man in Kroatien legal im Campervan schlafen?

Auf einem registrierten Campingplatz, auf einem Wohnmobilstellplatz, dem sogenannten kamp odmoriste, oder auf einer als Camp im Haushalt kategorisierten Fläche. Autobahnrastplätze lassen sich ebenfalls nutzen, um Fahrmüdigkeit auszuschlafen, solange nichts am Fahrzeug nach Camping aussieht.